Trübe Denk-Suppen 

“Overthinking kills your happiness” – ein Spruch, der bestimmt in vielen Vorstadthäusern die Wohnzimmerwand ziert. Oder den WhatsApp-Status von einer entfernten Cousine. Doch so cheesy dieser Spruch ist – so wahr ist er leider auch. Zu viel Nachdenken macht einfach unglücklich. Und ich kann ein Lied davon singen. 

Imposter, Komfortzonen & gefüllte Riesentomaten

„Du bist eine HOCHSTAPLERIN“, ruft mir mein innerer Parasit regelmäßig in Erinnerung. „Bald fliegst du auf…bald wissen alle, dass du eigentlich gar nichts weißt“, brüllt er mich an. Parasiten dieser Gattung saugen das Selbstbewusstsein aus dem Körper ihres Wirtes. Das, was sie hinterlassen, nennt man Imposter-Syndrom. Zum Glück habe ich Menschen in meinem Leben, die diesen Parasiten in mir nicht hören können, egal wie laut er schreit. Dank der Hilfe dieser Menschen weiß ich seinen Zorn nämlich mittlerweile zu bändigen.

What a year…

Neulich habe ich mit einem Freund darüber gesprochen, wie froh ich bin, dass sich dieses Jahr endlich dem Ende neigt. Ich glaube, es ging mir selten in einem Jahr so beschissen wie in diesem. Und trotzdem, so viele schlechte Momente es auch gab – irgendwie war es doch eines der wichtigsten Jahre. Ein kurzer Recap.

Vom Erleben und Verarbeiten

Ich bin mittlerweile seit vier Monaten in meinem Erasmus-Semester in Lettland. Bisher kann ich mir wirklich nicht vorwerfen, die Zeit hier nicht in vollen Zügen zu nutzen und alle Möglichkeiten, die sich mir irgendwie bieten, mitzunehmen. Manchmal bleibt dann nur ein bisschen wenig Zeit, den Haufen an neuen Eindrücken auch zu verarbeiten.

heut mal wieder Gänsehaut

Ich war schon mit 16 immer die, die allen den Rücken gestreichelt hat, während sie vor dem Club in irgendwelche Büsche gekotzt haben. Die, die mit heulenden Menschen auf irgendwelchen Bürgersteigen saß und sich stundenlang besoffene Lebensdramen angehört hat. Die, die im Raucherbereich notwendige Kuschelorgien veranlasst hat, bis alle wieder klarkamen. 

Zwischen „Girls support Girls“ und „Nur eine kann Germany’s next Topmodel werden“

Ich bin eine Frau. Fühle mich wie eine Frau. Sehe aus wie eine Frau. Oder zumindest so, wie unsere Gesellschaft das Aussehen einer Frau eben stereotypisiert. Und obwohl doch damit alles geklärt zu sein scheint, frage ich mich immer öfter, was Frausein für mich bedeutet. Und immer öfter bin ich verwirrt, weil mir meine Umwelt so vielfältige und gleichzeitig so limitierte Frauenbilder präsentiert,  dass ich mich in diesem ständigen Widerspruch manchmal nicht mehr selbst finde.

Was bleibt, ist die Veränderung

Ich bin vor etwas mehr als einem Jahr nach Köln gezogen, habe ein neues Studium und einen neuen Job angefangen, sehe meine besten Freund:innen aus Berlin viel zu selten, habe einen unfassbar tollen neuen Freundeskreis in Köln gefunden, lebe jetzt in einer WG, in der es auch schon Wechsel gab und nicht mehr mit meinem Freund zusammen, sehe meine Familie viel häufiger als früher,  habe mich nach acht Jahren von meinem Freund getrennt, habe mit fünf unfassbar tollen Frauen einen Blog gestartet und trotzdem: Irgendwie hat sich nichts verändert.

You got the best of both worlds?

In meiner Traumvorstellung hat ein Morgen mehr Stunden zum Ausschlafen. Ein Sommertag mehr Sonnenstrahlen. Ein Wochenende mehr lange Nächte. Und eine Woche mehr als 7 Tage. Der August hat mehr als nur 4 Wochenenden. Und der Sommer mehr als 40 warme Abende. Dann würde ich nicht mehr in diesem kräftezehrenden Konflikt feststecken, in dem ich mich zwischen People-Time und Me-Time entscheiden muss. Und in dem ich gerade nur am verlieren bin.