You got the best of both worlds?

In meiner Traumvorstellung hat ein Morgen mehr Stunden zum Ausschlafen. Ein Sommertag mehr Sonnenstrahlen. Ein Wochenende mehr lange Nächte. Und eine Woche mehr als 7 Tage. Der August hat mehr als nur 4 Wochenenden. Und der Sommer mehr als 40 warme Abende. Dann würde ich nicht mehr in diesem kräftezehrenden Konflikt feststecken, in dem ich mich zwischen People-Time und Me-Time entscheiden muss. Und in dem ich gerade nur am verlieren bin.


Lange bin ich davon ausgegangen, ich wäre ganz klar extrovertiert. Denn ich mag Partys, mit Freund:innen in Cafés lernen, mir auf Konzerten meine Stimmbänder wund schreien oder selbst auf der Bühne stehen. Als ich aber mit 19 in meine erste WG gezogen bin, hatte ich nur selten Lust, in der Küche oder auf dem Weg zum Klo kurz mal in soziale Interaktionen mit meinen Mitbewohner:innen zu geraten. Und auch auf meinen ersten Backpacking-Trips fand ich es gar nicht beflügelnd, zwischen Stockbett und Flipflops oberflächliche Gespräche darüber zu führen, was wir “eigentlich machen”. Typisch Drinnie also?

Patchwork-Girl

Truth is: In mir schlägt ein Patchwork-Herz aus einer extrovertierten und einer introvertierten Seite. Und nur wenn beide gut durchblutet sind, hat es einen gesunden Rhythmus. Zeit mit Freund:innen verbringen und feiern gehen lädt meine Batterie ebenso auf wie in meinem Bett liegen, dabei häkeln und “Stranger Things” schauen. Aber nur im Ausgleich. Sonst wird meine maximale Akkukapazität ganz schnell kleiner. 

Ein Blick auf Instagram verrät mir: ich bin keine Special Snowflake. Die meisten Menschen sind weder nur introvertiert noch nur extrovertiert. Wie bei fast allem kann man auch hier sagen: Es ist ein Spektrum. Und irgendwo auf der Skala zwischen introvertiert und extrovertiert befinde auch ich mich. Die Patchwork-Form heißt “ambivertiert”.

Mein Leben als Hannah und Miley

Man könnte jetzt ja meinen: You got the beeeeest of both worlds! Chill it out take it slow, then you rock out the show! Ja, in mir steckt Miley, aber auch Hannah. Doch haben wir nicht oft genug gesehen, wie schwer es Miley gefallen ist, diese beiden Seiten miteinander zu vereinen und eine gesunde Balance zu halten?  

Egal, ob ihr “Hannah Montana” nun geschaut habt oder nicht – eigentlich will ich nur darauf hinaus, dass mein Miley/Hannah-Verhältnis gerade ziemlich off-balance ist. Ich bin entweder unendlich gestresst davon, welche Verabredungen ich alle geplant habe und wünsche mir nichts sehnlicher als Me-Time. Wenn ich sie dann aber habe, plagt mich entweder die FOMO, ich langweile mich oder draußen ist bestes Wetter und mich belastet der Gedanke, dass der Sommer in einem Monat fast vorbei ist und ich noch nicht ein Mal am See war. 

Traum-Lösungen…

Deshalb erträume ich mir gerade oft eine utopische Lösung meines Luxus-Problems: mehr Zeit. Mehr Zeit, um neben all meinen Pflichten, wie Arbeiten und Studieren, Haushalt und Co., noch meine Freizeit so zu gestalten, dass ich keine Rhythmusstörungen bekomme. Dann hätte ich nach der Arbeit noch 4 Stunden, um im Bett zu lesen und danach noch einen ganzen Tag am See mit Freund:innen vor mir. Ich könnte dann all meine Herzensmenschen überall besuchen und trotzdem mindestens zwei Wochenenden hintereinander in Köln in meiner Wohnung sein und meine Pflanzen umtopfen. Oder einen Abend lang im Tanz-Training schwitzen und danach noch die Energie und Zeit haben, Feiern zu gehen. 

…sind halt trotzdem keine Lösungen

Stattdessen sind sowohl meine Hannah als auch meine Miley in mir sehr oft sehr unzufrieden mit meinem Zeit-Management und versuchen mir regelmäßig klar zu machen, dass sie gerade zu kurz kommen. Das Resultat: ich kann beide nicht mehr genießen. Stattdessen liege ich oft abends im Bett und ärgere mich darüber, was ich alles nicht gemacht habe. 

Und ich bin gerade mal 25, habe keine Kinder und arbeite nicht einmal 100 %.

WIE SOLL DAS DENN NOCH WEITERGEHEN?

(Tipps in die Kommentare pls)


Von Chiara (24): Chiara mag stilles Wasser, aber still ist sie selbst nicht gerade – ganz im Gegenteil. Sie tanzt durch’s Leben und spricht und schreibt über Feminismus, Nachhaltigkeit und mentale Gesundheit. Sie ist Kopf- und Herzmensch zugleich, Ungerechtigkeit macht sie wütend und sie hat eine Schwäche für die Kardashians, gutes Essen und die Menschen, die sie liebt.

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