heut mal wieder Gänsehaut

Ich war schon mit 16 immer die, die allen den Rücken gestreichelt hat, während sie vor dem Club in irgendwelche Büsche gekotzt haben. Die, die mit heulenden Menschen auf irgendwelchen Bürgersteigen saß und sich stundenlang besoffene Lebensdramen angehört hat. Die, die im Raucherbereich notwendige Kuschelorgien veranlasst hat, bis alle wieder klarkamen. 

Es summt doch hier schon wieder

Nachdem ich die Online-Dating-App Bumble erfolgreich getestet und für nicht gut befunden habe, habe ich es nach nur zwei Tagen wieder gelöscht. Das war im Juli. Jetzt ist November und upsi, irgendwie hat sich diese fürchterliche Dating-App wieder auf mein Handy geschlichen. Ganz von allein. Ohne, dass ich damit irgendwas zu tun hatte. Kleine Lüge, der Klassiker auf Bumble. Vom Swipen mit und ohne Familie, dem Antworten und Nicht-Antworten, Ego-Problemen und meiner ersten Date-Erfahrung. 

Fuck you M. – die Nachwehen eines Alptraum-Dates

Die Wochen danach waren scheiße. Ich hatte ein komplettes Dating-Trauma und immer wieder kurze Flashbacks von seinem nackten Körper vor Augen. Ich bin jedem männlichen Blick, jedem menschlichen Lächeln gewichen. Hab mich unwohl auf der Straße gefühlt, immer auf den Boden geschaut. So kannte ich mich nicht. Hatte riesige Angst ihm zu begegnen, ne Panik Attacke bei Rewe und hab überlegt umzuziehen (keine Ahnung wie das möglich ist, aber natürlich wohnt dieser Mensch – in einer 1Millionen Einwohner Stadt – in meiner Straße). Die ganze Zeit spielte sich in meinem Kopf ab „Warum bist du nicht früher gegangen? Warum bist du nicht früher gegangen?“

You got the best of both worlds?

In meiner Traumvorstellung hat ein Morgen mehr Stunden zum Ausschlafen. Ein Sommertag mehr Sonnenstrahlen. Ein Wochenende mehr lange Nächte. Und eine Woche mehr als 7 Tage. Der August hat mehr als nur 4 Wochenenden. Und der Sommer mehr als 40 warme Abende. Dann würde ich nicht mehr in diesem kräftezehrenden Konflikt feststecken, in dem ich mich zwischen People-Time und Me-Time entscheiden muss. Und in dem ich gerade nur am verlieren bin.

Let’s talk about (…) Baby

Wo in aller Welt sind die Penis-Influencer*innen, die mit allen teilen, dass auch sie Komplexe haben? Dass man Sexualpartner*innen auch mit „kleinem“ Penis zum Orgasmus bringen kann? Wo sind die Memes über tighte, unbequeme Boxer-Shorts und den ewigen Struggle zwischen „Ich hätte ja schon gerne Mal einen Prostata-Orgasmus, aber komm mir ja nicht in die Nähe meines Arschs“? Und wo zum Teufel sind die Social Media-Ratgeber, die Frauen erklären, wie sie mit all diesen Dingen umgehen können?

Summ summ summ, ich bumble hier herum

Als Frau in einer Beziehung war ich immer ganz hyped darauf, die Dating-Apps meiner Freundinnen für sie zu benutzen. Ein bisschen swipen, Profile anschauen, anerkennend nicken, sich darüber aufregen, wie oberflächlich man auf einmal wird, irgendwelche Typen in ihrem Namen anschreiben, bescheuerte Gespräche führen: reines Entertainment. Seitdem ich Single bin, habe ich mich erfolgreich davon ferngehalten. Doch dann kam ein Montagabend…