Ich bin eine Ja-Sagerin. Oder aber eine verzweifelte Absagerin. Selten aber eine, die ihre Meinung und Bedürfnisse ehrlich kommunizieren kann – aus Angst, mit anderen anzuecken. Und das will ich ändern.
Beiträge
Warum es anstrengend ist, jung auszusehen
Ich sehe für mein Alter ziemlich jung aus. Das kann Vorteile im Leben haben. Jung auszusehen, hat mir aber auch schon sehr oft Steine in den Weg gelegt. Vor allem, wenn ich im Job von älteren Kolleg:innen mal wieder nicht ernst genommen wurde.
heut mal wieder Gänsehaut
Ich war schon mit 16 immer die, die allen den Rücken gestreichelt hat, während sie vor dem Club in irgendwelche Büsche gekotzt haben. Die, die mit heulenden Menschen auf irgendwelchen Bürgersteigen saß und sich stundenlang besoffene Lebensdramen angehört hat. Die, die im Raucherbereich notwendige Kuschelorgien veranlasst hat, bis alle wieder klarkamen.
Es summt doch hier schon wieder
Nachdem ich die Online-Dating-App Bumble erfolgreich getestet und für nicht gut befunden habe, habe ich es nach nur zwei Tagen wieder gelöscht. Das war im Juli. Jetzt ist November und upsi, irgendwie hat sich diese fürchterliche Dating-App wieder auf mein Handy geschlichen. Ganz von allein. Ohne, dass ich damit irgendwas zu tun hatte. Kleine Lüge, der Klassiker auf Bumble. Vom Swipen mit und ohne Familie, dem Antworten und Nicht-Antworten, Ego-Problemen und meiner ersten Date-Erfahrung.
Die Realität von BeReal
Push-Benachrichtigungen auf unseren Smartphones können einiges in uns auslösen. Sagt uns die ZDF-heute-App, dass das UK mal wieder einen neuen Prime Minister hat, scrollen wir durch den zugehörigen Artikel. Teilt uns Bumble mit, wie beliebt wir angeblich in unserer Umgebung sind, wird natürlich sofort ein bisschen geswiped. Und sagt uns diese eine „neue“ App, dass es „Zeit für BeReal“ ist – sind wir dann wirklich real?
Zwischen „Girls support Girls“ und „Nur eine kann Germany’s next Topmodel werden“
Ich bin eine Frau. Fühle mich wie eine Frau. Sehe aus wie eine Frau. Oder zumindest so, wie unsere Gesellschaft das Aussehen einer Frau eben stereotypisiert. Und obwohl doch damit alles geklärt zu sein scheint, frage ich mich immer öfter, was Frausein für mich bedeutet. Und immer öfter bin ich verwirrt, weil mir meine Umwelt so vielfältige und gleichzeitig so limitierte Frauenbilder präsentiert, dass ich mich in diesem ständigen Widerspruch manchmal nicht mehr selbst finde.
“Wow, nicht schlecht!” – Sexismus an der Tischtennisplatte
Mein Gesicht wird heiß und in meinem Kopf sind alle Lichter ausgeknipst. Wo ich gerade noch easy die Bälle über die Platte gespielt habe, knalle ich plötzlich einen nach dem anderen ins Netz. Sämtliche Freude am Game ist wie weggeblasen. Und das nur, weil irgendein fremder Typ mir mal wieder ungefragt vermitteln wollte, Frauen könnten nicht Tischtennis spielen.
Fuck you M. – die Nachwehen eines Alptraum-Dates
Die Wochen danach waren scheiße. Ich hatte ein komplettes Dating-Trauma und immer wieder kurze Flashbacks von seinem nackten Körper vor Augen. Ich bin jedem männlichen Blick, jedem menschlichen Lächeln gewichen. Hab mich unwohl auf der Straße gefühlt, immer auf den Boden geschaut. So kannte ich mich nicht. Hatte riesige Angst ihm zu begegnen, ne Panik Attacke bei Rewe und hab überlegt umzuziehen (keine Ahnung wie das möglich ist, aber natürlich wohnt dieser Mensch – in einer 1Millionen Einwohner Stadt – in meiner Straße). Die ganze Zeit spielte sich in meinem Kopf ab „Warum bist du nicht früher gegangen? Warum bist du nicht früher gegangen?“
Was bleibt, ist die Veränderung
Ich bin vor etwas mehr als einem Jahr nach Köln gezogen, habe ein neues Studium und einen neuen Job angefangen, sehe meine besten Freund:innen aus Berlin viel zu selten, habe einen unfassbar tollen neuen Freundeskreis in Köln gefunden, lebe jetzt in einer WG, in der es auch schon Wechsel gab und nicht mehr mit meinem Freund zusammen, sehe meine Familie viel häufiger als früher, habe mich nach acht Jahren von meinem Freund getrennt, habe mit fünf unfassbar tollen Frauen einen Blog gestartet und trotzdem: Irgendwie hat sich nichts verändert.
Der lettische Abgang
Ich mochte Abschiede noch nie, kann Abschiedssituationen schon in einem kleinen alltäglichen Rahmen nicht leiden. Dass ich mich nun für ein halbes Jahr ins Auslandssemester verabschieden muss, bedeutet pure Überforderung für mich.