Beiträge

Hier, du kriegst mein letztes Hemd

Wart ihr nach einem Regentag schon mal total durchnässt, weil ihr unterwegs euren Regenschirm an jemand anderen verschenkt habt? Oder habt ihr euch vielleicht sogar schon mal fast für jemanden aufgegeben, um ihn oder sie zu retten – und dabei euch selbst vergessen? „Selbstlos sein“ – wenn man das zweimal liest, klingt das irgendwie ungesund. Und ja, die eigenen Ressourcen für das Wohl anderer zu verbrauchen, ist eigentlich nicht gerade ritterlich.

Exklusivrecht auf Veränderung

Ich habe vor kurzem ein paar Tage in meinem Heimatdorf verbracht, habe  mich mal wieder richtig bemuttern lassen, alte Freundschaften gepflegt und alle Verantwortung für ein paar Momente von mir weggeschoben. Es hat gut getan unter den Personen zu sein, die mich am längsten kennen und denen es so leicht fällt, mich zu verstehen. Aber zu diesem wohlig-kuscheligen Gefühl hat sich dieses Mal immer wieder noch etwas anderes gemischt. 

Die Märe der Me-Time

Kleine Pausen in den Alltag einbauen und sich bewusst Zeit für sich selbst nehmen, um die leeren Akkus aufzutanken und den inneren Frieden wieder herzustellen. Eine romantische Vorstellung. Bei mir allerdings löst sie blanke Panik aus.

Politisch perf(korr)ekt  

Zu Teenager-Zeiten wurde mir und meiner Generation vorgeworfen, dass wir politikverdrossen wären. Das scheint heute anders zu sein: Auf Instagram tauschen wir schon lange nicht mehr nur soziale Kontakte und bearbeitete Bilder aus. Es geht um Meinungen. Politik. Aktivismus. Eine Entwicklung, die viel Positives bewirkt hat und die mir trotzdem irgendwann zu heiß wurde.

Vom pathologischen Vertagen

“Ist ja noch Zeit”, denkt man sich oft und schiebt und schiebt und schiebt vor sich her. Lernen, Pfand wegbringen, endlich mal auf diese längst nach unten gerutschte WhatsApp-Nachricht antworten. Hundertmal dran gedacht, aber nix gemacht. Andere Dinge waren immer spannender. Und dann kommt irgendwann der Zugzwang.

Bauchgefühl ist (k)ein mieser Verräter

Skepsis wird in dieser Welt irgendwie immer als Tugend begriffen. Naivität hingegen als niedliches Laster. Alles muss ständig und zu jeder Zeit hinterfragt werden. Intuition und Bauchgefühl werden gerne belächelt. Dabei zeigt das Leben seinen Zauber oft erst dann, wenn man sich fallen lässt und der Welt mit Vertrauen begegnet. 

Selbstfindungsseminar by Marks Meta

Immer wird gesagt, der Algorithmus kenne einen besser als die Familie oder sogar man sich selbst. Was das angeht, hat mich Instagram auf jeden Fall mehr als überrascht. Offenbar liebe ich Marburg-Memes. Marburg wird mit Gelsenkirchen verglichen oder aber es gibt ein „Marburg-at-night-Starterpaket“, was aus Gucci-Umhängetasche und Energydrinks besteht.