Zeichnung mit Grabstein und freundlichem Geist. Davor ein kleines Strichmännchen, das sich fröhlich mit dem Geist unterhält.

Gestorben wird trotzdem

Sterben ist scheiße und der Tod ein Thema, das beim kürzesten Gedankenfunken daran, Angst, Panik und Beklemmung in mir auslöst. Und weil es mir die Gesellschaft herrlich einfach gemacht hat und der Zufall lange auf meiner Seite war, konnte ich das Thema bisher auch weitestgehend aus meinem Leben verbannen. Mit dem plötzlichen Verlust einer sehr geliebten Person ist mir schmerzlich bewusst geworden, wie komplex Tod, Sterben und Trauer sind – und dass wir als Gesellschaft diesen essentiellen Themen viel zu wenig Platz einräumen. 

Aliens, Trump und der kleinste gemeinsame Nenner

“Reisen macht weltoffener, Reisen macht toleranter.” Wir alle kennen diese Phrasen und haben sie vielleicht schon so oft gehört, dass wir sie in vielen Fällen für unterprivilegierten Bullshit halten. Und natürlich ist Reisen nicht gleich Reisen und ein all-inclusive Aufenthalt in Griechenland macht vielleicht allenfalls offener für Ouzo. Wenn man allerdings einen Monat lang in einem Hostel mit Menschen lebt, die an Aliens, Avatar und die Macht Trumps glauben, verlässt man irgendwann unweigerlich seine Comfort Zone. Und auch wenn sich an meiner Weltanschauung nichts verändert hat, doch zumindest an Art und Weise, wie ich anderen begegne. 

Eine Pechsträhne in vier Akten

Mir wird oft nachgesagt, ich sei naiv, ich solle doch nicht immer jedem Blödel auf der Straße vertrauen. So scheiden sich nun auch die Geister, ob der Beginn meiner aktuellen Pechsträhne reiner Naivität geschuldet ist oder eben einfach einem unglücklichen Lauf der Dinge. Fest steht auf jeden Fall: Ich habe ein paar neue Rekorde geknackt, als ich es schaffte, innerhalb von nur einer Woche vier verschiedene Dinge zu verlieren, drei unterschiedliche Krankheiten zu ergattern und als großer Höhepunkt wurde ich am Ende dann auch noch angekotzt.

Eine brühend heiße Schatzkammer an Geschichten

Wenn mich Menschen fragen, warum zum Teufel ich mir eine Tasse Kaffee tätowieren ließ, dann verstehe ich die Frage meist nicht. Ich zucke dann mit den Schultern. Am liebsten würde ich mein tiefstes Beileid dafür bekunden, dass Kaffee keine große Bedeutung im Leben dieser Person zu haben scheint. Seit dem Tag unserer ersten Begegnung begleitet mich Kaffee durch sämtliche Lebenslagen: Kaffee am Morgen, Kaffee und Sonne, Kaffee und Kuscheln, Kaffee und Kippe, Kaffee und Stress, Kaffee und Tränen, Kaffee und Reden, Kaffee und Denken, Kaffee und Fühlen, Kaffee am Bahnhof, Kaffee an der Autobahnraststätte, Kaffee und Bücher, Kaffee und Küssen, Kaffee und Freund:innen. Kaffee birgt so viele kleine Geschichten und Traditionen, die mir immer wieder zeigen, dass Kaffee eben nicht einfach nur Kaffee ist. 

„War doch nur ein Kompliment“ 💩

Ich erfahre schon mein Leben lang, was es heißt, eine Frau in dieser Welt zu sein. Trotzdem waren mir Begriffe wie „Feminismus“, „Sexismus“, „Patriarchat“ und vor allem das Verständnis dafür, was dahinter steckt, sehr lange fremd. Doch je älter ich werde und je mehr Wissen ich jetzt darüber habe, desto mehr verstehe ich, was ich früher nicht verstanden habe. Was sich zwar schon immer mit einem beklemmenden Alarm-Gefühl in mir geäußert hat, für das ich aber keine Worte und erst recht keine Erklärung hatte. Und je mehr ich jetzt zuordnen kann, desto geschockter und ängstlicher bin ich. Vor allem aber bin ich wütend.

Timing ist ne Bitch

In romantischen Komödien (eine meiner Guilty Pleasures) scheint das Timing zwischen den Protagonist:innen immer rein zufällig besonders gut zu sein. Zuerst passiert irgendwas außerordentlich Blödes, aber dann, durch Schicksal, Zufall oder eben einfach Timing, läuft alles doch viel schöner als erwartet. Die große Liebe, der perfekte Job, die perfekte Wohnung oder alles davon ist meist das Endergebnis des Films. Das ist ja irgendwo auch der Grund, warum man sich so etwas anschaut. Blöd, dass das im echten Leben nur nie so ist. Da ist beschissenes Timing halt beschissenes Timing – oder? 

Eine Ode an die Herzen Palästinas

Es regnet. Ich stehe mit einem menschengroßen Rucksack vor der israelischen Sperranlage, direkt am Checkpoint zwischen Israel und der besetzten palästinensischen Westbank. Mitten auf der Straße, zwischen 10.000 hupenden Autos, LKW’s, Soldaten und Lautsprecherdurchsagen in einer Sprache, die ich nicht verstehe. Wie ich dort gelandet bin? Das ist eine andere Geschichte. Tatsache ist: Ich habe wirklich nicht den Hauch einer Ahnung wo ich bin, geschweige denn wie ich nach Ramallah komme. Ich bin übermüdet, hungrig, zittrig. Ich bin die zu Leib gewordene Definition von Überforderung.

Boys do*nt* Cry

Nevertheless: Die Frage hat mich nicht losgelassen. Zu viele weiße hetero Cis-Männer in meinem Umfeld, die unter den Rollenzuschreibungen der Gesellschaft leiden. Und genau dieses Problem ist ein riesiger Bestandteil ihrer alltäglichen Lebensrealitäten. Und ein genauso unterschwelliges wie verdrängtes Problem dieser Gesellschaft. Das ständige Sich Behaupten Müssen – als Mann, als Starker, als Großer, Breiter und Bärtiger, als GroßPenisiger, als Mutiger und Beschützer – befeuert das eigentliche Problem: Toxische Männlichkeit.