Vom Gendern im Bierzelt

Über das Pfingstwochenende habe ich meine bayerische Heimat besucht. DAS Event des Frühlings stand schließlich an – und zwar in meinem kleinen Heimatdorf. Ein viertägiges Fußballturnier plus jeden Abend Party im Bierzelt mit angrenzender „Stodl Bar“ und „Sprizz Hütt‘n“. Die Köln-Lena stand plötzlich mal wieder Auge in Auge mit der Dorf-Lena und wie sollte ich es besser sagen als Goethe? Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust!

„Sei Pippi, nicht Annika!“ – mein Problem mit den Abenteuern

Ein halbes Jahr in Kanada auf die Schule gehen, nach dem Abi mehrere Monate um die Welt reisen oder ein Auslandssemester in Dublin, Riga oder Seoul. Viele Menschen in meinem Umfeld haben genau diese Erfahrungen auf ihrer Bucket List abgehakt. In einem fremden Land ganz auf sich allein gestellt zu sein – das klingt für ganz schön viele als DER Traum schlechthin. Nur nicht für mich.

Die Anime-Falle

Es gibt Menschen, die haben einfach zu allem etwas zu sagen: Egal, ob es um Animes, TikTok-Trends, Karottenkuchen oder Trash TV geht. Und sicher ‒ zu manchen dieser Themen kann ich auch etwas beitragen. In letzter Zeit hatte ich aber häufig das unfassbar unbehagliche Gefühl, einfach nicht mitreden zu können.

Odyssee einer Zimtschnecken-Nomadin

Anders als viele meiner Freund:innen fahre ich an Wochenenden, Weihnachten, Ostern, Geburtstagen oder zu sonstigen ähnlichen Anlässen nicht in die “Heimat”. Als Person, die schon fünfmal im Leben umgezogen ist – und davon dreimal in komplett unterschiedliche Städte – gibt es diesen einen Ort namens Heimat nicht. Ich fahre nicht nach Hause, wo meine Eltern, Geschwister und Schulfreund:innen darauf „warten“, mich endlich mal wiederzusehen. Mein Zuhause ist da, wo ich gerade lebe – das führt hin und wieder zu Verwirrung.

Es frühlingt sehr mittelmäßig

Frühling – meine absolute Lieblingsjahreszeit. Der Tag hat mehr Sonnenstunden, langsam werden die Bäume grün, die ersten Blümchen blühen und die Menschen kommen wieder aus ihren Häusern. Sie gehen langsamer, stellen sich mit dem Gesicht zur Sonne, tragen buntere Klamotten. Die Oh-Gott-es-ist-so-kalt-ich-muss-mich-dick-einpacken-und-schnell-laufen-damit-ich-nicht-erfriere-Hetzerei weicht langsam dem ruhigen Bild, wo Menschen ihr Gesicht der Sonne entgegen strecken.

Gossip aus der Dorfgruppe

Ahh, die bayerische Dorfidylle: Weite Felder und Wiesen, enge Gassen und kleine Kirchen, eine eingeschworene, familiäre Landgemeinde. So in etwa kann man sich auch mein Heimatdorf vorstellen, das ich vor mittlerweile fast sechs Jahren verlassen habe. Was passiert aber, wenn etwas komplett Unerwartetes, Unvorstellbares, Unerhörtes das eingespielte Dorfleben stört?

Riga Vibes

Kurz bevor ich in mein Auslandssemester nach Lettland startete, habe ich eine neue Spotify-Playlist erstellt: Riga Vibes. Diese Playlist hat sich über die letzten fünf Monate in eine Art musikalisches Fotoalbum entwickelt mit 62 Songs, die 62 Momente einfangen und mich direkt in diese Momente zurück katapultieren. Hier eine Auswahl.

Zwischen Selfcare und Ekstase

Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christkind, sondern bei vielen Menschen der ewig gleiche Vorsatz: gesünder leben! Auch ich nehme mir Jahr für Jahr vor, auf der einen oder anderen Party weniger zu tanzen und Leber und Lunge an den Wochenenden ein bisschen pfleglicher zu behandeln. Da gibt es nur einen klitzekleinen Haken, der mir dieses Vorhaben immer wieder versaut: meine Liebe zur Ekstase.

Zwischen Poesie und Penissen: Warum Toiletten-Graffiti lesenswert sind

Wie könnte man seinen innersten Gedanken besser Luft machen als mit einem Edding in der Kabine einer öffentlichen Toilette? Ja, Dinge an fremde Wände zu schreiben, ist Sachbeschädigung. Aber die Eigendynamik, die Toiletten-Graffiti manchmal annehmen, kann auch sehr unterhaltsam sein. Deswegen habe ich meine Masterarbeit darüber geschrieben und mich auf die Suche nach Klo-Wandsprüchen gemacht. Und siehe da, nicht nur Kugelschreiber-Penisse, sondern auch Aktivismus, Liebesbekundungen und Poesie.

Es summt doch hier schon wieder

Nachdem ich die Online-Dating-App Bumble erfolgreich getestet und für nicht gut befunden habe, habe ich es nach nur zwei Tagen wieder gelöscht. Das war im Juli. Jetzt ist November und upsi, irgendwie hat sich diese fürchterliche Dating-App wieder auf mein Handy geschlichen. Ganz von allein. Ohne, dass ich damit irgendwas zu tun hatte. Kleine Lüge, der Klassiker auf Bumble. Vom Swipen mit und ohne Familie, dem Antworten und Nicht-Antworten, Ego-Problemen und meiner ersten Date-Erfahrung.