Flucht auf Amadeus und Sabrina

Ich mag ja eigentlich den Herbst und Winter. Aber an Tagen, die grau, regnerisch und kalt sind, die Nachrichten nur von Krieg, Unwettern und rechter Hetze berichten und ich mich sonst nur mit meiner Masterarbeit beschäftige, habe ich manchmal einfach nicht die Kraft, mich auch noch mit irgendwas Intellektuellem wie Lesen zu beschäftigen. Dann fehlt mir einfach ein bisschen Leichtigkeit. Für manche ist es Trash-TV, aber leider gibt mir das nichts. Das ist mir noch zu nah an der “Realität”. Hier ein paar meiner go-tos, wenn mal wieder alles grau und trist ist und man der wahren Welt entfliehen will.

Hilfe – soll ich jetzt etwa wissen, was ich vom Leben will?

So. Jetzt bin ich also im Endspurt meines Masters. Wobei es sich eher anfühlt wie ein Spaziergang – aber nicht so ein super entspannter, bei dem ich mich umschaue und die Landschaft genieße. Mehr so einer, bei dem ich ständig auf die Uhr schaue oder die Augen zusammenkneife, um zu schauen, was am Ende des Weges ist: Ich kann es nicht erkennen.

Die unerträgliche Ungleichung eines „Für immer“

Ich denke nur selten über meine Zukunft nach. Ich gehe step by step und das ist gut so. Wenn es dann aber doch mal passiert, drehe ich meistens total durch. Panisch sehe ich dann worst-case-Szenarien meines 40-jährigen Ichs vor Augen: Eine einsame, zutiefst gelangweilte Frau mit einer spießigen Schürze in der spießigen Küche eines spießigen Hauses einer spießigen Neubausiedlung. Und auch wenn ich eigentlich darauf vertraue, dass mich mein Abenteuerdurst davor bewahren wird, jemals ein solches Spießigkeits-Level zu erreichen, bleibt immer die latente Angst davor, eines Morgens aufzuwachen, mich urplötzlich in einem bürgerlichen Leben wiederzufinden und nur noch zu stagnieren. 

Verloren in der Findungsphase

Als Kind war ich überzeugt davon, sowas wie einen “Traumberuf” zu haben. Heute bin ich unschlüssiger denn je. Während ich das bis vor Kurzem noch schulterzuckend als Findungsphase abtun konnte, liegt mir dieser Zustand jetzt wie ein Stein im Magen. Denn alles schreit: Mit Mitte 20 hat man wirklich zu wissen, was man will.