Mein Problem mit dem Sharing

„Sharing is caring“ – der Spruch gehört zwar eigentlich nicht in den Kontext von Freund:innenschaften und doch könnte man irgendwie sagen, dass es ein Erfolgsrezept dafür ist: Du vertraust mir etwas an, ich vertraue dir etwas an. Dadurch sind wir auf einer ähnlichen Wissensebene und verstärken das Band, das wir zwischen uns knüpfen. Auch die Wissenschaft zeigt, dass dieses gegenseitige Anvertrauen Freund:innenschaften stärker, intensiver und bedeutungsvoller macht. Und trotzdem fällt es mir oft schwer, mich darauf einzulassen. 

How to: Third wheel

Es ist nicht immer einfach, als Single mit vielen vergebenen Personen befreundet zu sein. Das “fünfte Rad am Wagen” zu sein, war auch für mich schon hin und wieder ein Albtraum-Szenario. Plott-Twist: Mittlerweile genieße ich es aber, als third wheel einen ganz anderen Einblick in die Beziehungen um mich herum zu bekommen.

Es frühlingt sehr mittelmäßig

Frühling – meine absolute Lieblingsjahreszeit. Der Tag hat mehr Sonnenstunden, langsam werden die Bäume grün, die ersten Blümchen blühen und die Menschen kommen wieder aus ihren Häusern. Sie gehen langsamer, stellen sich mit dem Gesicht zur Sonne, tragen buntere Klamotten. Die Oh-Gott-es-ist-so-kalt-ich-muss-mich-dick-einpacken-und-schnell-laufen-damit-ich-nicht-erfriere-Hetzerei weicht langsam dem ruhigen Bild, wo Menschen ihr Gesicht der Sonne entgegen strecken.

Dazwischen-Dasein: Leben als Sandwichkind

Ich habe drei Schwestern: zwei jüngere und eine ältere. Ich bin also in der Mitte und damit eins von zwei Sandwichkindern der Familie. Sandwichkindern wird vieles nachgesagt: Tun sich schwer, ihre Rolle zu finden. Harmoniebedürftige Vermittler:innen. Stark auf Bestätigung angewiesen. Natürlich trifft all das nicht auf jede:n zu. Aber ich glaube, dass in meinem Fall die Geschwisterposition auf jeden Fall meine Persönlichkeitsentwicklung geprägt hat.

Ein Gefühl von Zuhause

Meine Generation – frei wie Vögel, immer auf der Suche nach neuen Nestern. Selten bleiben wir an einem Ort länger als ein paar Jahre. Spätestens zum Studium sind wir ausgezogen und immer wieder umgezogen. Dabei nehmen wir neue und alte Freundschaften, Liebesbeziehungen und Familie immer irgendwie in unseren Herzen mit. Weil Zuhause für uns nicht nur ein Ort ist.