C wie Chamäleon. Schon so oft habe ich den Anfangsbuchstaben meines Namens mit diesem Tier verbunden. Dass ich aber mal einen ganzen Text darüber schreiben werde, dass ich auch in meinem Wesen irgendwie wie ein Chamäleon bin, mich nämlich je nach Kontext und Umgebung anpasse, das hätte ich nicht gedacht.
Kategorie: Selbstreflexion
Auf der Suche nach dem perfekten Glückscocktail🧃
Was macht ein erfülltes Leben aus? Diese Frage muss jeder Mensch für sich allein beantworten. Alle sind anders und das ist wunderschön. Bei mir ist es so, dass ich mein persönliches Glück, seit ich denken kann, an bestimmten Faktoren festmache, ohne die es in meiner Vorstellung nicht geht. Aber wer dermaßen hohe Ansprüche an diese einzelnen Faktoren stellt, wie ich es tue, wird vermutlich immer auf der Suche sein und niemals ankommen.
Hilfe – soll ich jetzt etwa wissen, was ich vom Leben will?
So. Jetzt bin ich also im Endspurt meines Masters. Wobei es sich eher anfühlt wie ein Spaziergang – aber nicht so ein super entspannter, bei dem ich mich umschaue und die Landschaft genieße. Mehr so einer, bei dem ich ständig auf die Uhr schaue oder die Augen zusammenkneife, um zu schauen, was am Ende des Weges ist: Ich kann es nicht erkennen.
Freizeit lass nach…
Keine Uni-Kurse, wenig Arbeit, schönes Wetter und kaum Verpflichtungen – hört sich nach einem traumhaften Sommer an. Vor allem nach meinem Auslandssemester, in dem es fast schon zu viel Action gab, habe ich mich riesig auf die entspannte, ruhige Zeit gefreut, die mir bevorstand. So langsam nimmt diese Traumvorstellung für mich aber leider alptraumhafte Züge an.
Über das Aufgeben und Loslassen
Let it go, let it go, can’t hold it back anymore… Ich wünschte, ich wäre fähig gewesen, ohne monströsen Ohrwurm in diesen Text einzusteigen. Aber der Frozen-Banger hat sich mir beim Schreiben wirklich jede Sekunde so penetrant in den Kopf geschlichen, dass ich ihn jetzt einfach zur Beitrags-Hymne erkläre. Und wenn ich genauer drüber nachdenke, hat auch selten jemand besser ausgedrückt als Elsa, wie krass befreiend Loslassen sein kann – und wie unausweichlich nötig das manchmal ist. Hätte sie dann noch erklärt, wie schnell man Loslassen mit Aufgeben verwechseln kann, wären mir vielleicht einige psychische Tiefpunkte in meinem Leben erspart geblieben.
Die unerträgliche Ungleichung eines „Für immer“
Ich denke nur selten über meine Zukunft nach. Ich gehe step by step und das ist gut so. Wenn es dann aber doch mal passiert, drehe ich meistens total durch. Panisch sehe ich dann worst-case-Szenarien meines 40-jährigen Ichs vor Augen: Eine einsame, zutiefst gelangweilte Frau mit einer spießigen Schürze in der spießigen Küche eines spießigen Hauses einer spießigen Neubausiedlung. Und auch wenn ich eigentlich darauf vertraue, dass mich mein Abenteuerdurst davor bewahren wird, jemals ein solches Spießigkeits-Level zu erreichen, bleibt immer die latente Angst davor, eines Morgens aufzuwachen, mich urplötzlich in einem bürgerlichen Leben wiederzufinden und nur noch zu stagnieren.
Die Suche nach dem Erwachsenwerden
Als Kind habe ich gedacht, dass irgendwann in meinem Leben sowas wie ein Kipppunkt kommt, an dem ich mich urplötzlich ganz doll erwachsen fühle. Verortet habe ich diesen magic moment irgendwo an den Anfang meiner Zwanziger. Mittlerweile bin ich Mitte 20. Und surprise: gekippt ist da immer noch nichts. Und langsam beschleicht mich das Gefühl, dass ich vielleicht mal meine Vorstellung vom Erwachsensein überdenken sollte.
Was ich heute kann besorgen, verschieb ich halt auf morgen
Müll runterbringen? Klamotten aufräumen? Abspülen? MaCh IcH sPäTer! Wenn mir ein Ruf anlastet, dann ist es mein Aufschieben von Dingen und meine daraus resultierende Unordentlichkeit. Dabei fühle ich mich im Chaos eigentlich gar nicht wohl. Das Problem ist vor allem mein inneres Faultier, das mich daran hindert, den ganzen nervigen Scheiß zu erledigen. Doch ich bin drauf und dran, diesen Ruf endlich loszuwerden.
Das ewige Trauerspiel vom Entscheidungen fällen
Ich bin überdurchschnittlich schlecht darin, Alltags-Entscheidungen zu treffen. Ich komme einfach nicht klar in diesem Meer an Möglichkeiten: Mate oder Cola? Ähmmmm. Pils oder Kölsch? Ist mir egal. Parkbank oder Wiese? Muss ich erst mal abwägen. Sushi, Pizza oder Thai? ICH HAB VERDAMMT NOCHMAL KEINE AHNUNG, WAS ICH MÖCHTE.
An dieser Stelle eine Weisheit aus Alex ’ wertvoller Sprüche-Sammlung: „Alle unwichtigen Entscheidungen im Leben sollten einer Münze überlassen werden!“ Und ich muss sagen, ich lebe tatsächlich nach diesem Motto. Oder: Ich greife im Kiosk einfach zu dem Getränk, das meine Begleitung auch nimmt, im Restaurant frage ich die Bedienung, was sie mir empfehlen kann, in der Eisdiele will ich von meiner Begleitung überrascht werden und in der Netflix-Welt ziehe ich mir einfach so lange imdb-Bewertungen rein, bis ich irgendwann müde den Laptop zuknalle.
Tik tak, tik tak, die Zeit ist knapp
Je älter man wird, desto schneller vergeht die Zeit. Ein Satz, den ich lange für eine ausgelutschte Erwachsenen-Phrase gehalten habe. Dass so manche Lebensweisheit mehr mit der Realität zu tun hat als das Latte Macchiato-Wand-Tattoo von Moni, ist mir irgendwie in den letzten Monaten besonders aufgefallen. Deswegen habe ich mal ein bisschen in mich reingehört, um herauszufinden, ob die Uhr da wirklich plötzlich schneller tickt.