Erwartungen an die eigene Zukunft haben wir in jedem Lebensalter. Die Frage „Wo siehst du dich in fünf Jahren?“, wird schon früh in unsere Gehirne eingebrannt und auch wenn sich die Antworten darauf ändern dürfen, ist es rückblickend nicht immer einfach, mit den Vorstellungen der jüngeren Versionen seiner Selbst umzugehen.
Kategorie: Selbstreflexion
Auf der Suche nach den Kinomomenten im Alltag
In Filmen wirkt das Leben oft auf Hochglanz poliert – Musik und Atmosphäre kreieren Situationen, die bis ins kleinste Detail aufeinander abgestimmt sind und das Leben wie einen einzigen, wunderschönen Gefühlsexzess aussehen lassen. Fakt ist natürlich, dass viele Situationen im echten Leben viel glanzloser sind. Das bedeutet natürlich nicht, dass nicht auch in der Realität manchmal alles passt und das Leben einem Kinomomente in den Alltag spült – oder man sie sich ganz einfach selbst kreiert.
Planlos im Scanner-Modus
Scanner, das sind Menschen, die viele verschiedene Interessen und Fähigkeiten haben. Und zu denen ich mich – seit ich weiß, dass es diesen Persönlichkeitstyp überhaupt gibt – zugehörig fühle. Aber was sich erst mal nach einem mit Hobbys und Leidenschaften gefüllten Leben anhört, kann insbesondere im Arbeitskontext problematisch sein. Denn unser Arbeitsmarkt ist größtenteils nicht auf Scanner-Persönlichkeiten ausgerichtet. Wie ermüdend dieser Scanner-Mode also vor allem im Hinblick auf berufliche Ziele sein kann, ist mir gerade in den letzten Monaten schmerzhaft bewusst geworden.
Selbsterfahrungs-Overload: Vom Arbeiten in der Denkfabrik
Wenn ich meinem letzten Jahr eine Überschrift geben würde, dann wäre es: Anstrengend. Ich bin ehrlich: Über sich hinauswachsen hin oder her – ich habe wirklich überhaupt keinen Bock mehr auf dieses ständige Arbeiten an meinen Denk-, Verhaltens- und Beziehungsmustern. Leben, bitte verpiss dich mit deinen Felsbrocken und deinen als „spannend“ und „heilsam“ verkleideten Selbsterkenntnissen, die sich dann als pure Arbeit entpuppen. ICH MÖCHTE JETZT BITTE MAL NICHTS MEHR ÜBER MICH SELBST LERNEN, DANKE. Nicht Denken, nicht Hinterfragen und auch nicht Analysieren. Nicht einmal wachsen und gedeihen möchte ich. Ich will verdammt nochmal einfach nur existieren. Nette Idee, schwierig in der Umsetzung.
Von der Suche nach dem Haar in der Suppe
Zwar ist es gang und gäbe, auf die Frage “Wie geht es dir?” einfach mit “Gut!” zu antworten, doch meistens drehen sich Gespräche und Gedanken doch eher darum, was gerade alles eher nicht so gut ist. Diese Negativitäts-Brille abzusetzen, ist schon psychologisch gesehen gar nicht so einfach. Doch wenn gerade einfach mal wirklich alles ganz gut ist, lohnt es sich auch mal den Blick darauf zu werfen und sich selbst zu fragen: Warum?
Eine Pechsträhne in vier Akten
Mir wird oft nachgesagt, ich sei naiv, ich solle doch nicht immer jedem Blödel auf der Straße vertrauen. So scheiden sich nun auch die Geister, ob der Beginn meiner aktuellen Pechsträhne reiner Naivität geschuldet ist oder eben einfach einem unglücklichen Lauf der Dinge. Fest steht auf jeden Fall: Ich habe ein paar neue Rekorde geknackt, als ich es schaffte, innerhalb von nur einer Woche vier verschiedene Dinge zu verlieren, drei unterschiedliche Krankheiten zu ergattern und als großer Höhepunkt wurde ich am Ende dann auch noch angekotzt.
Die Anime-Falle
Es gibt Menschen, die haben einfach zu allem etwas zu sagen: Egal, ob es um Animes, TikTok-Trends, Karottenkuchen oder Trash TV geht. Und sicher ‒ zu manchen dieser Themen kann ich auch etwas beitragen. In letzter Zeit hatte ich aber häufig das unfassbar unbehagliche Gefühl, einfach nicht mitreden zu können.
Alles scheiße, außer Sommer
Auf Sommer folgt Herbst. Und auf Herbst folgt Winter. Das ist gut so – und soll auch ganz dringend so bleiben. Nicht nur, weil unsere Ökosysteme von diesem Kreislauf abhängen. Wenn es allerdings nach meinem eigenen, innerem Ökosystem gehen würde, dürfte das Thermometer die 20 Grad nicht unterschreiten – weil weder mein Körper noch mein Kopf sonderlich gut auf Kälte und Dunkelheit klarkommen. Viel schlimmer als der Winter an sich ist aber der Wirbel, den ich jedes Jahr um seine Ankunft mache. Weil mein wochenlanges Meckern und Murren die Situation für mich eigentlich noch viel unerträglicher machen.
Unterwegs in den Tunneln des Lebens
Ich bin oft im Tunnel – vor allem bei der Arbeit. Ich spüre, dass ich deshalb immer weniger im Moment präsent bin. Dass es nicht gut ist, wenn man permanent über lange Zeiträume hinweg die Verbindung zur Außenwelt verliert. Ich stelle mir gerade die Frage: Wie oft bin ich hochgerechnet eigentlich überhaupt im Hier und Jetzt? Und wenn ich am Ende meines Lebens dann zurückblicke: War es das wert?
Odyssee einer Zimtschnecken-Nomadin
Anders als viele meiner Freund:innen fahre ich an Wochenenden, Weihnachten, Ostern, Geburtstagen oder zu sonstigen ähnlichen Anlässen nicht in die “Heimat”. Als Person, die schon fünfmal im Leben umgezogen ist – und davon dreimal in komplett unterschiedliche Städte – gibt es diesen einen Ort namens Heimat nicht. Ich fahre nicht nach Hause, wo meine Eltern, Geschwister und Schulfreund:innen darauf „warten“, mich endlich mal wiederzusehen. Mein Zuhause ist da, wo ich gerade lebe – das führt hin und wieder zu Verwirrung.