Ich konnte mir noch nie gut Dinge merken. Vieles schafft es gar nicht erst in mein Langzeitgedächtnis. Aber ich merke deutlich, dass das Vergessen und gedankliche Abdriften bei mir in den letzten Jahren immer extremer geworden ist. Ich glaube, dass das etwas mit meinem Lebensstil zu tun hat: die ständige Konfrontation mit Reizen, wenig Beständigkeit, das Reinziehen von Social Media Content, der für eine extrem kurze Aufmerksamkeitsspanne konzipiert ist. Vor allem aber der übermäßige Konsum von Alkohol im Freundeskreis – gerade im Sommer.
Kategorie: (Mentale) Gesundheit
Ich möchte Raum einnehmen! – Die ehrliche Geschichte einer People Pleaserin
Ich bin ein Good Girl: empathisch, zuvorkommend, immer für andere da. Ich identifziere mich mit diesen Charaktertraits und echauffiere mich über Menschen, die immer nur an sich selbst denken. So bin ich jahrzehnteland gut gefahren, doch langsam aber sicher möchte ich wirklich die Handbremse dieses Fahrzeugs finden, und auch mal ein neues probieren. Denn professionelle Good Girl stehen sich auch ganz gerne mal selbst im Weg…
Der Lärm der Stille
Stille – ein Zustand, der sowohl popkulturell als auch in meinem Umfeld mit extrem gegensätzlichen Vorstellungen und Emotionen konnotiert ist. In der ARD-Schmonzette setzt sich die die von der trubeligen Großstadt ermüdete Workaholic-Beate in das mecklenburgische Hinterland ab und schwärmt von der „herrlichen Stille“, die ihr endlich wieder Raum zum Atmen und Nachdenken gibt. Eine Freundin von mir kann dank ihres neuen, stillen WG-Zimmers zum Hinterhof endlich wieder ungestört schlafen. Und dann gibt es Leute wie mich, für die Stille gar nicht still, sondern unerträglich laut ist; und damit ein Zustand, in den ich mich nur ungern reinbegebe.
Umbruch im Urlaub: Reise zur inneren Balance
Zu viel Arbeit, zu wenig Raum für eigene Gedanken und Hobbies. Ich habe ein Work-Life-Balance-Problem und kenne sogar den Grund dafür. Deshalb habe ich mir fest vorgenommen, meinen Urlaub jetzt dazu zu nutzen, diesem Problem den Kampf anzusagen.
Eine brühend heiße Schatzkammer an Geschichten
Wenn mich Menschen fragen, warum zum Teufel ich mir eine Tasse Kaffee tätowieren ließ, dann verstehe ich die Frage meist nicht. Ich zucke dann mit den Schultern. Am liebsten würde ich mein tiefstes Beileid dafür bekunden, dass Kaffee keine große Bedeutung im Leben dieser Person zu haben scheint. Seit dem Tag unserer ersten Begegnung begleitet mich Kaffee durch sämtliche Lebenslagen: Kaffee am Morgen, Kaffee und Sonne, Kaffee und Kuscheln, Kaffee und Kippe, Kaffee und Stress, Kaffee und Tränen, Kaffee und Reden, Kaffee und Denken, Kaffee und Fühlen, Kaffee am Bahnhof, Kaffee an der Autobahnraststätte, Kaffee und Bücher, Kaffee und Küssen, Kaffee und Freund:innen. Kaffee birgt so viele kleine Geschichten und Traditionen, die mir immer wieder zeigen, dass Kaffee eben nicht einfach nur Kaffee ist.
Schlaflos in Köln
Nicht schlafen können – Das ist ein Problem von alten Menschen, die nicht mehr so richtig fit sind. Das ist ein Problem von Manager:innen, die so viel Stress an der Arbeit haben, dass es sie auch nachts nicht mehr loslässt. Das ist ein Problem von frischgebackenen Eltern, die verzweifelt nachts wachliegen, weil das Baby wieder weint: Naiv, dass ich das wirklich mal dachte. Bitter, dass ich erst selbst von Schlafstörungen betroffen sein musste, um zu checken, wie unglaublich belastend sie sein können. Und wie viel Zeit und Kraft es braucht, sie zu bekämpfen.
Freizeit lass nach…
Keine Uni-Kurse, wenig Arbeit, schönes Wetter und kaum Verpflichtungen – hört sich nach einem traumhaften Sommer an. Vor allem nach meinem Auslandssemester, in dem es fast schon zu viel Action gab, habe ich mich riesig auf die entspannte, ruhige Zeit gefreut, die mir bevorstand. So langsam nimmt diese Traumvorstellung für mich aber leider alptraumhafte Züge an.
Trübe Denk-Suppen
“Overthinking kills your happiness” – ein Spruch, der bestimmt in vielen Vorstadthäusern die Wohnzimmerwand ziert. Oder den WhatsApp-Status von einer entfernten Cousine. Doch so cheesy dieser Spruch ist – so wahr ist er leider auch. Zu viel Nachdenken macht einfach unglücklich. Und ich kann ein Lied davon singen.
Imposter, Komfortzonen & gefüllte Riesentomaten
„Du bist eine HOCHSTAPLERIN“, ruft mir mein innerer Parasit regelmäßig in Erinnerung. „Bald fliegst du auf…bald wissen alle, dass du eigentlich gar nichts weißt“, brüllt er mich an. Parasiten dieser Gattung saugen das Selbstbewusstsein aus dem Körper ihres Wirtes. Das, was sie hinterlassen, nennt man Imposter-Syndrom. Zum Glück habe ich Menschen in meinem Leben, die diesen Parasiten in mir nicht hören können, egal wie laut er schreit. Dank der Hilfe dieser Menschen weiß ich seinen Zorn nämlich mittlerweile zu bändigen.
Hey, ich bin’s, eine kleine People-Pleaserin
Ich bin eine Ja-Sagerin. Oder aber eine verzweifelte Absagerin. Selten aber eine, die ihre Meinung und Bedürfnisse ehrlich kommunizieren kann – aus Angst, mit anderen anzuecken. Und das will ich ändern.