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How to: Third wheel

Es ist nicht immer einfach, als Single mit vielen vergebenen Personen befreundet zu sein. Das “fünfte Rad am Wagen” zu sein, war auch für mich schon hin und wieder ein Albtraum-Szenario. Plott-Twist: Mittlerweile genieße ich es aber, als third wheel einen ganz anderen Einblick in die Beziehungen um mich herum zu bekommen.

Schlaflos in Köln

Nicht schlafen können – Das ist ein Problem von alten Menschen, die nicht mehr so richtig fit sind. Das ist ein Problem von Manager:innen, die so viel Stress an der Arbeit haben, dass es sie auch nachts nicht mehr loslässt. Das ist ein Problem von frischgebackenen Eltern, die verzweifelt nachts wachliegen, weil das Baby wieder weint: Naiv, dass ich das wirklich mal dachte. Bitter, dass ich erst selbst von Schlafstörungen betroffen sein musste, um zu checken, wie unglaublich belastend sie sein können. Und wie viel Zeit und Kraft es braucht, sie zu bekämpfen.

Auf der Suche nach dem perfekten Glückscocktail🧃

Was macht ein erfülltes Leben aus? Diese Frage muss jeder Mensch für sich allein beantworten. Alle sind anders und das ist wunderschön. Bei mir ist es so, dass ich mein persönliches Glück, seit ich denken kann, an bestimmten Faktoren festmache, ohne die es in meiner Vorstellung nicht geht. Aber wer dermaßen hohe Ansprüche an diese einzelnen Faktoren stellt, wie ich es tue, wird vermutlich immer auf der Suche sein und niemals ankommen.

Hilfe – soll ich jetzt etwa wissen, was ich vom Leben will?

So. Jetzt bin ich also im Endspurt meines Masters. Wobei es sich eher anfühlt wie ein Spaziergang – aber nicht so ein super entspannter, bei dem ich mich umschaue und die Landschaft genieße. Mehr so einer, bei dem ich ständig auf die Uhr schaue oder die Augen zusammenkneife, um zu schauen, was am Ende des Weges ist: Ich kann es nicht erkennen.

Über das Aufgeben und Loslassen

Let it go, let it go, can’t hold it back anymore… Ich wünschte, ich wäre fähig gewesen, ohne monströsen Ohrwurm in diesen Text einzusteigen. Aber der Frozen-Banger hat sich mir beim Schreiben wirklich jede Sekunde so penetrant in den Kopf geschlichen, dass ich ihn jetzt einfach zur Beitrags-Hymne erkläre. Und wenn ich genauer drüber nachdenke, hat auch selten jemand besser ausgedrückt als Elsa, wie krass befreiend Loslassen sein kann – und wie unausweichlich nötig das manchmal ist. Hätte sie dann noch erklärt, wie schnell man Loslassen mit Aufgeben verwechseln kann, wären mir vielleicht einige psychische Tiefpunkte in meinem Leben erspart geblieben.

„War doch nur ein Kompliment“ 💩

Ich erfahre schon mein Leben lang, was es heißt, eine Frau in dieser Welt zu sein. Trotzdem waren mir Begriffe wie „Feminismus“, „Sexismus“, „Patriarchat“ und vor allem das Verständnis dafür, was dahinter steckt, sehr lange fremd. Doch je älter ich werde und je mehr Wissen ich jetzt darüber habe, desto mehr verstehe ich, was ich früher nicht verstanden habe. Was sich zwar schon immer mit einem beklemmenden Alarm-Gefühl in mir geäußert hat, für das ich aber keine Worte und erst recht keine Erklärung hatte. Und je mehr ich jetzt zuordnen kann, desto geschockter und ängstlicher bin ich. Vor allem aber bin ich wütend.

Die unerträgliche Ungleichung eines „Für immer“

Ich denke nur selten über meine Zukunft nach. Ich gehe step by step und das ist gut so. Wenn es dann aber doch mal passiert, drehe ich meistens total durch. Panisch sehe ich dann worst-case-Szenarien meines 40-jährigen Ichs vor Augen: Eine einsame, zutiefst gelangweilte Frau mit einer spießigen Schürze in der spießigen Küche eines spießigen Hauses einer spießigen Neubausiedlung. Und auch wenn ich eigentlich darauf vertraue, dass mich mein Abenteuerdurst davor bewahren wird, jemals ein solches Spießigkeits-Level zu erreichen, bleibt immer die latente Angst davor, eines Morgens aufzuwachen, mich urplötzlich in einem bürgerlichen Leben wiederzufinden und nur noch zu stagnieren. 

Es frühlingt sehr mittelmäßig

Frühling – meine absolute Lieblingsjahreszeit. Der Tag hat mehr Sonnenstunden, langsam werden die Bäume grün, die ersten Blümchen blühen und die Menschen kommen wieder aus ihren Häusern. Sie gehen langsamer, stellen sich mit dem Gesicht zur Sonne, tragen buntere Klamotten. Die Oh-Gott-es-ist-so-kalt-ich-muss-mich-dick-einpacken-und-schnell-laufen-damit-ich-nicht-erfriere-Hetzerei weicht langsam dem ruhigen Bild, wo Menschen ihr Gesicht der Sonne entgegen strecken.