Arbeitslosigkeit und das kaputte Maß für Wert

Fast drei Millionen Menschen in Deutschland waren 2025 als arbeitslos gemeldet. Das ist eine ziemlich hohe, ziemlich konkrete und gleichzeitig ziemlich nichtssagende Zahl. Nicht nur, weil sie längst nicht alle arbeitslosen Menschen wirklich erfasst, sondern auch, weil sie in einer Statistik ausdrückt, was sich eigentlich in Ängsten, Gefühlen und individuellen Schicksalen abspielt. Arbeitslosigkeit ist ein beklemmender und bedrohlicher Zustand, der gnadenlos Seele, Selbstwert und Perspektive destabilisiert. Das liegt vor allem daran, dass wir in einer Gesellschaft leben, die sich maßgeblich über Arbeit definiert. Und Arbeitslosigkeit mit einem Stigma belegt, das es uns oft schwer macht, offen über sie zu sprechen.